Hintergründe

Drohungen gegen dich und deine Familie, die auf Telegram entstanden sind: So schützt du die Menschen um dich

Wenn ein Online-Pranger zur Drohung gegen Angehörige wird: ein Sicherheitsplan für die Familie, was das Gesetz in Italien und in der Schweiz sagt und an wen du dich wenden kannst, auch für Verwandte.

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Kurz gesagt

  • Bei einer konkreten Gefahr ruf sofort die 112 (Italien) oder die 117 (Schweiz) an.
  • Nimm jede Drohung ernst, auch wenn sie wie ein Bluff aussieht, und zeige sie an.
  • Vereinbare mit der Familie wenige einfache Regeln: nicht antworten, keine Auskünfte geben, sich sofort gegenseitig warnen, ein Codewort.
  • In Italien wird eine schwere Drohung in manchen Fällen auch ohne Strafantrag verfolgt; in der Schweiz unterstützt die Opferhilfe (142) auch Angehörige.

Wenn ein Online-Pranger nicht reicht, um das Opfer zu brechen, gehen die Organisatoren manchmal zu den Angehörigen über: Nachrichten an die Mutter oder die Geschwister, Anrufe von ausländischen Nummern, Gewaltdrohungen, manchmal mit Details zum Haus oder zu den Gewohnheiten. Das ist einer der beängstigendsten Momente. Dieser Leitfaden hilft dir, die Menschen um dich zu schützen.

1. Wenn eine konkrete Gefahr besteht

Ruf sofort die 112 in Italien oder die 117 in der Schweiz an. Warte nicht, bis du «alle Beweise» hast: Die Screenshots der Nachrichten und die Nummern, von denen sie kommen, genügen.

Wenn eine Adresse veröffentlicht wurde, warne die Menschen, die dort wohnen, und eine Vertrauensperson in der Nachbarschaft, und sag es der Polizei.

2. Ein einfacher Plan für die Familie

Drohungen wirken, wenn sie auf Menschen treffen, die allein und unvorbereitet sind. Wenige Regeln genügen, gemeinsam beschlossen:

  • Erkläre ruhig, was gerade passiert, vor allem älteren Angehörigen. Wer weiss, was auf ihn zukommt, erschrickt weniger und tappt nicht in Fallen.
  • Antwortet nicht auf Nachrichten und Anrufe von unbekannten oder ausländischen Nummern und ruft sie nicht zurück.
  • Gebt am Telefon keine Auskünfte: wo ihr wohnt, wo ihr arbeitet, wer zu Hause ist, Zeiten.
  • Warnt euch sofort gegenseitig, wenn etwas Seltsames eintrifft.
  • Ein Codewort hilft, falsche Anrufe von Leuten zu erkennen, die sich als Verwandte oder als Polizei ausgeben.
  • Auf WhatsApp aktiviert ihr «Anrufe von unbekannten Nummern stummschalten»: Die Anrufe klingeln nicht, bleiben aber in der Liste und dienen als Beweis.
  • Sichert alles: Screenshots mit Nummer, Datum und Uhrzeit, Sprachnachrichten, Anrufliste.

3. Was das Gesetz sagt

In Italien

  • Die Drohung ist strafbar (Art. 612 des italienischen Strafgesetzbuchs). Ist sie schwer oder auf bestimmte Weise begangen, zum Beispiel anonym oder von mehreren zusammen, kann auch ohne Strafantrag des Opfers verfolgt werden.
  • Wiederholte Belästigungen und Drohungen, die dich in Angst versetzen, dich um dich oder deine Liebsten fürchten lassen oder dich zwingen, deine Gewohnheiten zu ändern, sind Stalking (atti persecutori, Art. 612-bis), strenger bestraft, wenn mit informatischen Mitteln begangen. Bei diesem Delikt ist der Strafantrag in der Regel innerhalb von 6 Monaten zu stellen.
  • Wenn die Täterschaft bekannt ist, kannst du beim Questore (dem Polizeichef der Provinz) eine Verwarnung (ammonimento) beantragen: eine formelle Warnung, die das Verhalten ohne Prozess stoppen kann.

In der Schweiz

  • Die Drohung ist strafbar (Art. 180 StGB).
  • Seit dem 1. Januar 2026 gibt es den Straftatbestand des Stalkings (Art. 181b StGB): jemanden hartnäckig zu verfolgen, zu belästigen oder zu bedrohen und ihn dadurch in seiner Freiheit, sein Leben zu gestalten, schwer einzuschränken.
  • Viele dieser Delikte werden nur auf Strafantrag verfolgt, mit einer Frist von in der Regel 3 Monaten.

Prüfe die Fristen mit einer Anwältin oder einem Anwalt: Sie hängen von deinem Fall ab.

4. An wen du dich wenden kannst, auch für Angehörige

  • Schweiz: Die Opferhilfe (142) ist kostenlos und vertraulich und unterstützt auch die Angehörigen von Personen, die eine Straftat erlebt haben. In Zürich gibt es die Opferberatung Zürich.
  • Italien: die 1522 für Gewalt und Stalking, die an die Antigewaltzentren vermittelt; für emotionale Unterstützung Telefono Amico (02 2327 2327).
  • Alle Kontakte stehen unter Wer dir helfen kann.

5. «Swatting»: Was das ist und warum du dich nicht erschrecken musst

Swatting ist ein falscher Notruf, mit dem die Polizei zum Haus einer Person geschickt wird. In den Vereinigten Staaten nennt das FBI es ein konkretes Problem. In Italien und in der Schweiz haben wir keine dokumentierten Fälle gefunden. Wenn dir aber jemand damit droht, sag es der Polizei bei der Anzeige: Zu wissen, dass die Adresse gefährdet ist, hilft denen, die die Anrufe entgegennehmen.

Was du jetzt tun kannst

  1. Konkrete Gefahr: 112 (Italien) oder 117 (Schweiz).
  2. Versammle die Familie und vereinbart die Regeln aus Punkt 2.
  3. Sichere die Beweise und erstatte Anzeige.
  4. Hol dir Hilfe auch für deine Angehörigen: Wer dir helfen kann.
  5. Lies auch: Was tun, wenn deine Adresse veröffentlicht wurde und die Seite Ich oder meine Familie werden bedroht.

Aktualisiert am 14. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Quellen

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