Schütze dich
Wer einen Pranger organisiert, geht von dem aus, was er über dich findet: alte Datenlecks, Social-Media-Profile, öffentliche Register, Dienste, die Informationen verkaufen. Wenn du verringerst, was man findet, und die Zugänge zu deinen Konten schliesst, wird ihnen die Arbeit schwerer gemacht. Ein paar Stunden genügen, auch verteilt.
Konten und Passwörter
- Prüfe bei Have I Been Pwned (haveibeenpwned.com), ob deine E-Mail-Adresse in einem Datenleck aufgetaucht ist, und aktiviere die kostenlose Benachrichtigung.
- Verwende für jeden Dienst ein anderes Passwort und speichere sie in einem Passwort-Manager.
- Aktiviere überall die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Eine Authentifizierungs-App ist besser als SMS: Eine SMS kann abgefangen werden, wenn sich jemand eine Kopie deiner SIM-Karte ausstellen lässt.
- Kontrolliere in den Sicherheitseinstellungen jedes Kontos die verbundenen Geräte und beende die Sitzungen, die du nicht erkennst.
Telegram und WhatsApp
- Telegram: Einstellungen › Privatsphäre und Sicherheit › Zweistufige Bestätigung, mit einer E-Mail-Adresse zur Wiederherstellung.
- Telegram: Einstellungen › Privatsphäre und Sicherheit › Telefonnummer › «Niemand». Wer deine Nummer schon in seinen Kontakten hat, sieht sie trotzdem. Wenn du ihn nicht brauchst, entferne auch den Benutzernamen.
- Telegram: Beschränke in denselben Einstellungen, wer dich zu Gruppen hinzufügen und wer dich anrufen darf.
- WhatsApp: Aktiviere die zweistufige Verifizierung, nutze den «Datenschutz-Check» und schalte Anrufe von unbekannten Nummern stumm («Unbekannte Anrufer stummschalten»).
- Bevor du jemanden blockierst, sichere den Chat: Nach der Blockierung könntest du Nachrichten verlieren, die als Beweis nützlich sind.
Deine Daten im Netz
- Suche auf Google nach deinem Namen, deiner Nummer und deiner Adresse und notiere, was du findest.
- Mit dem Google-Tool für Ergebnisse, die dich betreffen, kannst du verlangen, dass Seiten mit deiner Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse aus den Ergebnissen entfernt werden, soweit der Dienst verfügbar ist.
- Von Websites, die deine Daten veröffentlichen, kannst du die Löschung verlangen (Recht auf Vergessenwerden, Art. 17 DSGVO): Das ist kostenlos, und sie müssen dir innerhalb eines Monats antworten. Tun sie es nicht, kannst du beim Garante (italienische Datenschutzbehörde) Beschwerde einreichen.
- In der Schweiz kannst du bei deiner Gemeinde verlangen, dass deine Daten nicht an Dritte weitergegeben werden (Datensperre). Die Regeln unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde: Frag bei der Einwohnerkontrolle nach.
- In Italien sind manche Informationen von Gesetzes wegen öffentlich, zum Beispiel die Katasterauszüge zu Liegenschaften. Man kann sie nicht verbergen, aber es ist nützlich zu wissen, dass es sie gibt.
- Wenn du eine Website hast, verberge deine Daten im Domain-Register. Bei .it-Domains bleibt der Name der Inhaberin oder des Inhabers trotzdem sichtbar.
Fotos und Social-Media-Profile
- Stelle deine Profile für ein paar Wochen auf privat und entferne Telefonnummer, Adresse, Arbeitsort und Schule.
- Sieh deine öffentlichen Fotos durch: Häuser, Autokennzeichen, Uniformen und gewohnte Orte verraten, wo man dich findet.
- Mit der umgekehrten Bildersuche (Google Lens) kannst du sehen, wo deine Fotos kursieren.
Wenn du eine Website hast
- Stelle sie hinter einen Schutzdienst wie Cloudflare und sorge dafür, dass der Server nur den Verkehr akzeptiert, der darüber läuft.
- Wenn die echte Adresse des Servers schon bekannt geworden ist, ändere sie: Die alten DNS-Einträge bleiben in Archiven erhalten.
- Bewahre die Logs der Zugriffe und der Angriffe auf: Du brauchst sie für die Anzeige.
Deine Familie
- Erkläre in Ruhe, was gerade passiert, vor allem älteren Angehörigen: Wer informiert ist, erschrickt weniger und tappt nicht in Fallen.
- Vereinbart, unbekannte Nummern nicht zu beantworten, am Telefon keine Informationen zu geben und euch sofort zu informieren. Ein Codewort hilft, falsche Anrufe zu erkennen.
- Wenn eine Adresse veröffentlicht wird, warne die Menschen, die dort wohnen, und eine Vertrauensperson in der Nachbarschaft, und informiere die Polizei.
Wenn jemand dein Telefon oder deinen Computer kontrolliert
- Die Schaltfläche «Sofort verlassen» unten rechts schliesst diese Seite und öffnet eine neutrale Website.
- Nutze den privaten Modus des Browsers oder lösche den Verlauf, nachdem du diese Website besucht hast.
- Wenn du glaubst, dass auf dem Telefon eine Spionage-App installiert ist, lies den Leitfaden der Coalition Against Stalkerware, bevor du sie entfernst: Wer sie installiert hat, könnte es bemerken.
Angaben geprüft am 14. Oktober 2026.